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Brandschutztüren: Klassen, Vorschriften und Kosten in Deutschland

Porta blindata FIP Porte, soluzione di sicurezza complementare alla porta tagliafuoco REI

Brandschutztüren sind das Bauteil, das im Brandfall ein Gebäude in Abschnitte teilt und die wertvollsten Minuten schenkt: die zum Flüchten und die für den Einsatz der Feuerwehr. Trotzdem sorgen die Kürzel T30 und T90, die europäischen Klassen wie EI2 30-C und die CE-Pflicht bei vielen Bauherren, Hausverwaltungen und Betreibern für Verwirrung. Dieser Leitfaden erklärt mit konkreten Angaben, was die Klassen wirklich bedeuten, wo solche Türen in Deutschland vorgeschrieben sind, was sie kosten und wie sie funktionsfähig bleiben.

Was bedeuten die Kürzel auf einer Brandschutztür?

In Deutschland treffen zwei Systeme aufeinander. Das nationale stammt aus DIN 4102-5 und arbeitet mit dem Buchstaben T und einer Minutenzahl: T30 heißt feuerhemmend, T60 hochfeuerhemmend, T90 feuerbeständig. Das europäische System nach DIN EN 13501-2 beschreibt dieselbe Tür genauer, mit mehreren Buchstaben nebeneinander.

Diese Buchstaben lohnt es sich zu kennen. E steht für Raumabschluss: Das Türblatt hält Flammen und heiße Gase zurück. I steht für Wärmedämmung, also dafür, dass die Temperatur auf der abgewandten Seite unter festgelegten Grenzen bleibt — I1 und I2 unterscheiden sich nur in der Messmethode. C steht für selbstschließend, mit den Stufen C0 bis C5. S steht für Rauchdichtheit (Sa oder S200), W für die Begrenzung der Wärmestrahlung. Eine klassische T30-Tür heißt in dieser Sprache EI2 30-C, eine T90 mit Rauchschutz EI2 90-C S200.

Worauf beziehen sich die Minuten bei T30, T60 und T90?

Die Zahl ist schlicht die Dauer in Minuten, über die die Tür im Normbrandversuch alle geforderten Eigenschaften gehalten hat, abgerundet auf die nächstniedrigere Klasse. Es gibt keine pauschal „bessere" Tür: Die richtige Klasse ist die, die die Bauordnung oder das Brandschutzkonzept für genau diesen Bauteil vorschreibt.

Die gängigen Klassen auf einen Blick

T30
feuerhemmend, europäisch EI2 30-C. Heizräume, Kellerabtrennungen, Müllräume.
T60
hochfeuerhemmend. Vor allem im Geschossbau und in Sonderbauten.
T90
feuerbeständig, europäisch EI2 90-C. Öffnungen in Brandwänden.

Wo ist eine Brandschutztür in Deutschland Pflicht?

Anders als in vielen anderen Ländern gibt es keine bundesweit einheitliche Regel. Die Musterbauordnung (MBO) und die Muster-Feuerungsverordnung geben den Rahmen vor, verbindlich ist aber die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslands — der erste Schritt ist deshalb immer der Blick in die LBO des eigenen Landes. Die häufigsten Fälle sind trotzdem überall ähnlich: Der Heizraum braucht nach § 6 der Muster-Feuerungsverordnung bei Feuerstätten ab etwa 50 kW eine selbstschließende T30-Tür, die in Fluchtrichtung aufschlägt; Brennstofflagerräume fallen unter § 11 derselben Verordnung; notwendige Treppenräume werden nach § 35 MBO gegen angrenzende Räume abgeschottet, oft mit T30-RS; notwendige Flure werden nach § 36 MBO alle rund 30 Meter in Rauchabschnitte geteilt, dort genügt meist eine reine Rauchschutztür (RS); Öffnungen in Brandwänden verlangen nach § 30 MBO T90; im Kellergeschoss trennt nach § 29 MBO eine T30-Tür die Lagerbereiche, und Müllräume folgen § 45 MBO.

Ein praktisches Beispiel, das viele betrifft: die Verbindungstür zwischen Garage und Wohnhaus. Hier greift nicht die MBO, sondern die Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslands, und die Anforderung hängt von der Größe der Garage ab — von einer selbstschließenden, dichtschließenden Tür bis zu T30-RS. Wer eine Garage direkt ans Haus baut, sollte diesen Punkt vor der Bestellung der Tür klären und nicht danach: Nachrüsten ist immer teurer als richtig planen.

Innentür aus Nussbaum-Laminat von FIP Porte, Beispiel für ein volles Türblatt ähnlich dem Aufbau einer Brandschutztür
Eine Brandschutztür hat ein volles, schweres Türblatt: Optisch kann sie an eine normale Innentür erinnern, im Kern steckt jedoch ein Paket zertifizierter Dämmstoffe.

T-Klassen oder EI-Klassen? Normung und CE-Kennzeichnung

Das ist der Punkt, an dem sich seit einigen Jahren wirklich etwas geändert hat. Die T-Klassen stammen aus der nationalen DIN 4102-5 und wurden früher über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und das Ü-Zeichen nachgewiesen. Seit dem 1. November 2019 gilt für Feuerschutzabschlüsse die harmonisierte europäische Produktnorm DIN EN 16034, angewendet zusammen mit EN 14351-1 beziehungsweise EN 14351-2: Neue Türen müssen CE-gekennzeichnet sein und mit einer Leistungserklärung geliefert werden, die die Klassifizierung nach DIN EN 13501-2 ausweist.

Was das auf der Baustelle bedeutet: Beim Kauf einer neuen Brandschutztür sind CE-Kennzeichnung, Leistungserklärung und ein Kennzeichnungsschild mit Hersteller, Klasse und Baujahr zu prüfen, dazu die Einbauanleitung — denn die Klassifizierung gilt nur für die geprüfte Kombination aus Türblatt, Zarge und Beschlägen. Bereits eingebaute Türen mit alter Zulassung behalten ihren Bestandsschutz; für neue Einbauten ist der europäische Weg maßgeblich.

Was kostet eine Brandschutztür in Deutschland?

Die Preise hängen von Material, Klasse und Maß ab, ein paar Richtwerte helfen aber bei der Einordnung. Eine T30-Tür beginnt bei etwa 250 €, eine T90-Tür bei rund 600 €; eine zusätzliche Rauchschutzausführung kostet ungefähr 100 € mehr. Nach oben reicht die Spanne je nach Ausführung bis etwa 1.500 €. Der fachgerechte Einbau liegt üblicherweise zwischen 200 und 500 €.

Dazu kommen die laufenden Kosten, die gern vergessen werden: Die jährliche Wartung schlägt mit etwa 50 bis 150 € pro Tür zu Buche. Wer die Tür dauerhaft offen halten muss, braucht eine zugelassene Feststellanlage mit Rauchmelder — die kostet je nach Umfang zwischen rund 450 und 1.500 €. Für eine einflügelige T30-Tür im Heizraum landet man realistisch bei 500 bis 900 € inklusive Montage.

Wie bleibt eine Brandschutztür funktionsfähig?

Eine Brandschutztür ist kein Kauf, den man danach vergisst: Ihre Wirkung hängt an der Wartung — und daran, dass sie schließen kann. Das Verkeilen oder Aufhalten mit einem Gegenstand ist verboten und macht die Tür wirkungslos; wer sie im Alltag offen halten will, braucht eine zugelassene Feststellanlage, die im Brandfall automatisch auslöst. In Arbeitsstätten gibt die ASR A1.7 den Takt vor: Feststellanlagen werden monatlich vom Betreiber und jährlich von einer sachkundigen Person geprüft. Für die Tür selbst gelten die Wartungsintervalle des Herstellers; geprüft werden Bänder, Dichtungen, Schloss, Schließmittel und der saubere Anschlag des Türblatts. Sinnvoll ist, jede Prüfung schriftlich festzuhalten — im Schadensfall ist das der Nachweis, dass die Betreiberpflichten erfüllt wurden.

Bei FIP Porte fertigen wir Innentüren nach Maß und CE-gekennzeichnete schallgedämmte Sicherheitstüren. Wenn Ihr Bauvorhaben eine Brandschutztür verlangt, prüfen Sie bitte, ob die Leistungserklärung genau die Klasse ausweist, die Ihre Landesbauordnung fordert — die Klassifizierung gehört zur geprüften Kombination, nicht zum einzelnen Türblatt. Für Bänder, Griffe und Bauteile finden Sie außerdem den Bereich Zubehör für Drehtüren.

Häufige Fragen zu Brandschutztüren

Was ist der Unterschied zwischen T30 und T90?

Die Zahl steht für die Minuten, über die die Tür im Normbrandversuch Raumabschluss und Wärmedämmung gehalten hat: 30 beziehungsweise 90. T90 bietet also die dreifache Schutzzeit und wird dort verlangt, wo das Risiko höher ist — etwa bei Öffnungen in Brandwänden.

Braucht die Tür zwischen Garage und Haus eine Brandschutztür?

Das regelt die Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslands, und die Anforderung hängt von der Größe der Garage ab. Sie reicht von einer selbstschließenden, dichtschließenden Tür bis zu einer T30-RS. Vor dem Kauf sollte man die Vorgabe für das eigene Bundesland prüfen.

Sind T30 und EI2 30-C dasselbe?

Sie beschreiben dieselbe Leistung in zwei Systemen: T30 stammt aus der nationalen DIN 4102-5, EI2 30-C aus der europäischen Klassifizierung nach DIN EN 13501-2. Seit dem 1. November 2019 müssen neue Feuerschutzabschlüsse nach DIN EN 16034 CE-gekennzeichnet sein.

Wie oft muss eine Brandschutztür geprüft werden?

Die Tür selbst wird nach den Vorgaben des Herstellers gewartet. Für Feststellanlagen in Arbeitsstätten nennt die ASR A1.7 eine monatliche Sichtprüfung durch den Betreiber und eine jährliche Prüfung durch eine sachkundige Person.

Hinweis. Die normativen Angaben und Preise dienen der Orientierung und haben den Stand August 2026. Bauordnungsrecht ist in Deutschland Ländersache: Pflichten, Klassen und Nachrüstungen sind immer mit der Landesbauordnung, dem Brandschutzkonzept und einer fachkundigen Person für den konkreten Fall zu prüfen. Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung.